Der Zauberring
Als
inhaltliche Vorgabe für den Lehrfilm
Der Zauberring wurde der Mythos vom
Ring
des Gyges aus Platons
Politeia gewählt. Ein Ring, der seinen Träger unsichtbar
macht, schützt ihn davor, für seine Taten bestraft zu werden und
gibt ihm Macht über andere Menschen. Die Unsichtbarkeit bedeutet jedoch nicht,
dass Gerechtigkeit, Verantwortung und Gemeinschaftsgefühl aufhören zu
existieren.
Der Film verlagert diese Thematik in die Lebenswelt
der Kinder. Als Niels, die 15 Jahre alte Hauptfigur, in einer Videothek einen
solchen Zauberring findet, kann er sich mit einem Mal alle

nur erdenklichen
Wünsche erfüllen. Mit der Zeit werden ihm allerdings auch die Nachteile der neu
gewonnenen Macht bewusst. Er beschließt, den Zauberring nicht nur für sich zu
gebrauchen, sondern auch andere davon profitieren zu lassen, ohne jedoch sein
Geheimnis zu verraten. Der Film verdeutlicht das ethische Dilemma, das der Ring provoziert: Es fällt
schwer, auf die Macht zu verzichten, die er verleiht. Andererseits kann sich
sein Träger auch dann nicht der Verantwortung für seine Taten entziehen, wenn
er nach außen hin straffrei bleibt. Für einen Philosophen, der nach Platons
Vorstellung die Idee des Guten geschaut hat, mag es dabei unerheblich sein, ob
er sich den Blicken der anderen entziehen kann oder nicht. „Normalen“ Menschen
aber kann aus moralischen Erwägungen nur eines geraten werden: den Ring zu zerstören
oder auf Nimmerwiedersehen wegzuwerfen. Doch wer von uns würde sich wirklich so
entscheiden?