Zur Premiere des philosophischen Kinderfilms
Der Zauberring, entstanden als gemeinsame Produktion der Hanns-Seidel-Stiftung, des
FWU – Institut für Film
und Bild, der Dr. Oscar Troplowitz-Stiftung Hamburg, des BR und der
rs-medienberatung, lud die Hanns-Seidel-Stiftung über 300
Ein platonischer Mythos in
der Lebenswelt der Kinder
Personen in ihr Konferenzzentrum in München ein. Erzieher/innen, Lehrkräften, Kindern, Eltern sowie Vertretern aus
Politik, Wissenschaft und Wirtschaft
wurde dabei ein neuer Weg der Werteerziehung vorgestellt. für Als
inhaltliche Vorgabe des Lehrfilms
Der Zauberring wurde der Mythos vom
Ring
des Gyges aus Platons
Staat gewählt. Ein Ring, der seinen Träger unsichtbar
macht, schützt ihn davor, für seine Taten bestraft zu werden und
gibt ihm Macht über andere Menschen. Die Unsichtbarkeit bedeutet jedoch nicht,
dass Gerechtigkeit, Verantwortung und Gemeinschaftsgefühl aufhören zu
existieren. Der Film verlagert diese Thematik in die Lebenswelt
der Kinder. Als Niels, die 15 Jahre alte Hauptfigur, in einer Videothek einen
solchen Zauberring findet, kann er sich mit einem Male alle erdenklichen
Wünsche erfüllen. Mit der Zeit werden ihm auch die Nachteile der neu
gewonnenen Macht bewusst. Er beschließt, den Zauberring nicht nur für sich zu
gebrauchen, sondern auch andere davon profitieren zu lassen, ohne jedoch sein
Geheimnis zu verraten.
Verantwortungsgefühl
oder Angst vor Strafe
Der Film verdeutlicht das ethische Dilemma, das der Ring provoziert: Es fällt
schwer, auf die Macht zu verzichten, die er verleiht. Andererseits kann sich
sein Träger auch dann nicht der Verantwortung für seine Taten entziehen, wenn
er nach außen hin straffrei bleibt. Für einen Philosophen, der nach Platons
Vorstellung die Idee des Guten geschaut hat, mag es dabei unerheblich sein, ob
er sich den Blicken der anderen entziehen kann oder nicht. „Normalen“ Menschen
aber kann aus moralischen Erwägungen nur eines geraten werden: den Ring zu zerstören
oder auf Nimmerwiedersehen wegzuwerfen. Doch wer von uns würde sich wirklich so
entscheiden?